zenitab
Werben
Technik

Intel-Aktie stürzt um 28 Prozent ab – Staat verliert 12 Milliarden Dollar

Intel-Aktie stürzte am Freitag nach schwachem Ausblick für das vierte Quartal um 28 Prozent ab und vernichtete 12 Milliarden Dollar des US-Regierungsanteils. Das schürt Zweifel an der Erholung des Chipkonzerns.

Intel-Aktie stürzt um 28 Prozent ab – Staat verliert 12 Milliarden Dollar
Robert Freiberger from Union City, CA, USA · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Intel erlebte am Freitag einen seiner schwärzsten Handelstage: Die Aktie stürzte um rund 28 Prozent ab, nachdem das Unternehmen einen schwächeren Ausblick für das vierte Quartal gegeben hatte als erwartet. Der Absturz vernichtete laut einem CNBC-Bericht, auf den sich TechCrunch bezieht, rund 12 Milliarden Dollar des Wertes des zehnprozentigen Anteils der US-Regierung an dem Chipkonzern. Auch Nvidia, das 2025 einen bedeutenden Anteil an Intel erworben hatte, wurde mit in die Tiefe gerissen, wenn auch mit einem moderateren Rückgang.

Trotz des heftigen Einbruchs liegt die Intel-Aktie im Jahresverlauf immer noch um mehr als 70 Prozent im Plus, die Investition der Regierung ist also weiterhin profitabel. Der Absturz hat jedoch erneut Fragen aufgeworfen, ob Intel seinen ehrgeizigen Sanierungskurs durchhalten kann.

Warum die Intel-Aktie abstürzte

Auslöser des Ausverkaufs war die Prognose von Intel für das vierte Quartal, die deutlich unter den Erwartungen der Analysten lag. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar, während Analysten rund 17 Milliarden Dollar erwartet hatten. Intel warnte zudem, dass die Bruttomarge von 43 Prozent im Vorquartal auf 37 Prozent sinken werde und dass die hohen Investitionen zu einem negativen freien Cashflow führen würden.

CEO Lip-Bu Tan führte den schwachen Ausblick auf eine Abschwächung der PC-Verkäufe zurück, die durch steigende Speicherpreise infolge der enormen Nachfrage der KI-Branche nach Komponenten verursacht werde. „Unsere Kunden begannen, eine PC-Abschwächung aufgrund der Speicherpreise und -verfügbarkeit zu signalisieren“, sagte Tan im Gespräch mit den Aktionären. „Die Preise für Systeme sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen, was die ohnehin begrenzten IT-Budgets zusätzlich belastet.“

Regierungs- und Nvidia-Anteile leiden

Die US-Regierung hatte vor mehr als einem Jahr unter der Trump-Administration einen zehnprozentigen Anteil an Intel erworben, um die heimische Halbleiterproduktion zu fördern. Auch Nvidia kaufte 2025 einen großen Anteil. Der Absturz am Freitag reduzierte den Wert der Regierungsbeteiligung laut CNBC um 12 Milliarden Dollar. Auch die Nvidia-Aktie gab nach, wenn auch weniger stark als die von Intel.

Trotz der Papierverluste liegen beide Investoren im Jahresverlauf noch im Plus, da die Intel-Aktie im Sommer zuvor stark gestiegen war.

PC-Markt in der Krise und KI-Speicherpreise

Das Kernproblem für Intel ist der schwächelnde PC-Markt. KI-Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Speicher und anderen Komponenten, was die Preise für PCs in die Höhe treibt und die Budgets der Unternehmen belastet. Dies führt dazu, dass Kunden Käufe aufschieben oder reduzieren – das trifft Intels Kerngeschäft mit PCs.

Intels Rechenzentrumssparte zeigte sich dagegen stark: Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 78 Prozent. Doch das Unternehmen ist durch seine Fähigkeit begrenzt, neue Fabrikkapazitäten ans Netz zu bringen. Eine der neuen Fabriken in Arizona ist in Betrieb, die nächste wird jedoch erst 2028 erwartet. Bis dahin muss Intel mit Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) um externe Kunden konkurrieren – eine Herausforderung, die es Intel erschwert, die Nachfrage aus Rechenzentren voll auszuschöpfen.

Wie es mit Intel weitergeht

Anleger werden beobachten, ob Intel die PC-Flaute übersteht und gleichzeitig sein Foundry-Geschäft ausbaut. Die hohen Ausgaben für Fertigungskapazitäten sind ein zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie, belasten aber die kurzfristige Rentabilität. Angesichts des unter Druck stehenden PC-Marktes und voraussichtlich weiterhin hoher Speicherpreise steht Intel eine schwierige Zeit bevor, bis die nächste Fabrik ans Netz geht.

Der scharfe Kurssturz unterstreicht die Fragilität der Erholungserzählung. Auch wenn Regierung und Nvidia auf dem Papier weiterhin Gewinne verzeichnen, weckt der jüngste Absturz neue Zweifel daran, ob Intel seine Versprechen einlösen kann, wieder eine Führungsrolle in der Halbleiterbranche zu übernehmen.

#Intel-Aktie stürzt ab#US-Regierungsanteil#PC-Absatz schwächt sich ab#KI-Speicherpreise#Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft